Flamenco Mi Vida
Ein Flamenco-Roadmovie der etwas anderen Art
Inhalt
Flamenco, wie ihm Peter Sempel in der ihm eigenen Beharrlichkeit nachspürt, das ist Leben und Leidenschaft, ein Leben in Leidenschaft.
Nicht bunte Rüschenkleider und gegelte Bühnen-Schönlinge geben hier den Ton an, sondern die Akteure, die im Alltag ihre Perfektion ebenso meisterlich zelebrieren, wie sie ihrer Passion mit perfekter Beherrschung von Körper und Instrumenten auf der Bühne freien Lauf lassen. Äußerlichkeiten spielen - wenn überhaupt - nur eine untergeordnete Rolle. Bei allen Unterschieden in Anschauung und Ausdruck ist ihnen eines gemein: der Anspruch auf Authentizität. Meister und Schülerinnen, klassische Lehrerinnen und extreme Künstler, einfache Gitanos und weithin gefeierte Stars … alle lösen diesen Anspruch ein. Auf ihre jeweils eigene Weise.
Mitwirkende
Matilde Coral, Eva Yerbabuena, El Pele, Soraya Clavijo, Andrés Marin, Maria Perez, JoséValencia, MiguelIglésias, Cynthia Cano, Dieter Meier (Yello), Jyotika Dayal, und viele andere.
Musik
Maria Perez, Julian Estrada, Diego de Moron, El Pirata, Wust El Balad Band, Music Ensemble of Benares (Khatak), Einstürzende Neubauten, AsmusTietchens, YELLO …und viele andere.
Biografie Peter Sempel
Der Hamburger Filmemacher und Fotograf Peter Sempel ist seit jeher viel unterwegs. Sempel ist vor 50 Jahren in Hamburg geboren. Aufgewachsen ist er nach eigener Auskunft im australischen Outback, “ohne Strom und fließendes Wasser, aber mit Radio”. Das Haustier war ein Känguru. Sein Abitur machte er dann in Hamburg, danach studierte er, ganz bürgerlich, amerikanische Literatur und Sport. Zum Film kam er, weil er in den gängigen Kinofilmen die Musik vermisste, die ihm gefällt.
Dass seine Filme Experimetalfilme seien, hört er nicht gerne. Er nennt seine Werke “dokumentarische Musikfilme”. Für sein Road Movie “Flamenco MI Vida” ist Sempel von der Flamenco-Hochburg Sevilla über Ägypten, und Indien, bis nach Yokohama gefahren. Dass dieser experimentelle Ansatz dennoch funktioniert, liegt vor allem im Gegenstand des Films begründet. Flamenco ist keine Ansammlung von Schritten, sondern vielmehr ein Zustand oder ein Gefühl. Und als solches ist er auch nicht erfahrbar, wenn man nur unbeteiligt auf eine Leinwand starrt. Indem “Flamenco Mi Vida” aber gerade nicht referiert, einem keine Fakten aufdrängt, sondern einfach nur Impressionen “anbietet”, wird der Zuschauer auch subjektiv mit in das Geschehen hineingezogen. So ist “Flamenco Mi Vida” weniger ein Film über das Tanzen als vielmehr ein raues, widerborstiges Flamenco-Destillat.
Fazit: Peter Sempel wird seinem Ruf als außergewöhnlicher Filmemacher einmal mehr gerecht und nähert sich dem Flamenco auf seine ganz eigene Art. “Flamenco Mi Vida” ist keine herkömmliche Dokumentation, sondern ein aufregend anderes Stück Kino.
