Wolfgang Michels –
Singer/Songwriter Extraklasse
Es gibt ein neues Album von Michels. Wolfgang Michels. Für viele Musikliebhaber gehört zu diesem Satz ein Ausrufezeichen. Für sie sind Michels’ Alben Pretiosen der deutschen Singer/Songwriter-Szene, fernab von aller Liedermacherei und kaum vergleichbar mit allen anderen zeitgenössischen Sängern aus Deutschland. Michels geht seinen eigenen Weg. Er ist anders ist als die Westernhagens, Meys, Naidoos. Und nun gibt es ein neues Album: zuhause
Michels ist kein “Schönsänger”. Und will es auch nicht sein. “Ich mag das Lässige, Schnoddrige, Ungeschönte, etwas Raue. Nicht nur in meiner Stimme.”
Die Songs sind gelebtes Leben. Und so klingen sie auch: knarzend, kratzend, atmend - es lebt einfach. Das Album ist am Puls der Zeit, aber frei von modischen Allüren. Der Sound reicht von bittersüß und fragil bis zu druckvoll und psychedelisch. Es finden sich Beatles-Zitate, Anklänge an die Doors, an REM oder Passagen, die einem Tarantino-Film gut zu Gesicht stünden. Michels öffnet sich mit seiner Band aber auch gezielt jungen Einflüssen, so wirkte zum Beispiel Kim Frank an dem Album mit.
Text und Musik bilden eine untrennbare Einheit. “Beides kommt meistens einfach über mich, unplanbar, wie ein Traum.”
Wolfgang Michels wurde am 15. Juli 1951 geboren und startete 1968 mit 16 Jahren eine vielseitige Karriere. Er spielte in diversen Formationen und veröffentlichte sowohl unter seinem Namen als auch unter verschiedenen Pseudonymen. Michels produzierte unter anderem in Deutschland und Kalifornien, in deutscher und englischer Sprache, arbeitete mit Größen wie Alexis Korner oder Rio Reiser. Die passende Schublade für einen wie Michels gibt es nicht in Deutschland. Am nächsten kommt noch der amerikanisch geprägte Begriff Singer/Songwriter, der mit “Liedermacher” nicht übersetzt werden kann. Michels besetzt seinen eigenen Platz.