Lanikai

LANIKAI by Jenny Ramone 1

Wie der hawaiianische Strand, von dem sie ihren Namen ableiten, vereinen Lanikai Ruhe und Sturm. Opulente, prickelnde alternative Popmelodien mischen sich mit dem Soul der 60er Jahre, so entsteht ein zeitloser, einzigartiger Sound.

Sie schlagen die Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft—stehen mit einem Bein am Ufer und einem Bein im Meer. Dadurch unterscheiden sich Lanikai mit ihrer Debut-EP von ihren Zeitgenossen. Statt sich aktuellen Trends zu unterwerfen, machen sie sich diese gekonnt zu eigen. Statt sich von den Einflüssen vergangener Tage einschüchtern zu lassen, setzen sie diese subtil in Szene. Ihre erste, selbstbetitelte EP bringt diesen Ansatz im Wesentlichen auf den Punkt: mitreißende, beflügelnde Popmusik.

“Motor Inn” stimmt den Zuhörer sanft mit einem schnörkellosen Wechsel zwischen Piano- und Orgelklängen ein, bis die unverwechselbare Stimme von Frontsängerin und Songwriterin Marti Sarbit einen melodischen Refrain anstimmt. Gefolgt von optimistisch groovendem Soul (“Hey Hey (Ok In Love)”); treibendem Rock ‘n’ Roll (“Believe Me”); sexy und sphärischen orchestralen Tonfolgen (“I Need Love”); einem unwiderstehlichen, swingenden Duett (“Stay a Little Longer”), und vielem mehr. Jeder Song ist vollgepackt mit süchtig machenden, meisterlichen Hooklines. Spätestens beim fröhlich beschwingten “I’m Glad”, das nur so vor sonnengetränkten Melodien strotzt und von einem großartigen Psychedelic-Pop-Crescendo getrieben wird, möchte man die EP gleich nochmal von vorne anhören, bevor die letzten Klänge des Songs verhallt sind.

Die EP ist eine Hommage an seine verschiedenen Vorbilder—den Soul von Sam Cooke, das Popgenie von Feist, die Poesie von Emily Haines—jedoch ahmt es diese nicht nach. Inspiriert von Sarbits Interaktion und dem Umgang mit der Welt um sie herum, ist die EP reich an Kontrasten, die menschliche Beziehungen widerspiegeln: gut, böse, verwirrend, überweltlich, surreal. Natürlich gibt es auch dunkle Momente, diese fallen jedoch nie dem Zynismus anheim, sondern erfreuen sich an der einfachen Tatsache, dass wir am Leben sind—und so tönt es hinaus in die Welt.

Für diejenigen, die Sarbit kennen, ist der Erfolg von Lanikai keine Überraschung. Ihre vorherige Band Imaginary Cities, die sie zusammen mit Rusty Matyas gründete, der zwei Songs auf dem Debut-EP von Lanikai co-produziert sowie einen Beitrag an der Trompete geleistet hat, ist ein preisgekrönter Musiker in der Indie-Pop-Szene. Gemeinsam mit den Pixies tourten sie durch Nordamerika und waren für den Polaris Music Prize nominiert. Doch auch die anderen Bandmitglieder von Lanikai verfügen über beeindruckende Lebensläufe. Unter anderem sind dies der Produzent Thomas D’Arcy (The Carnations, Small Sins), der auch bei “Stay a Little Longer” als Sänger zu hören ist; Gregory Macdonald (Sloan) am Keyboard; Shamus Currie (The Sheepdogs) an der Posaune sowie viele weitere Musiker, darunter Liam O’Neil (Saxophone), Tim Iskierski (Schlagzeug), Drew Jurecka (Geige) und Tom Moffett (Trompete).

Lanikai, das ist der kristallklare Klang von Marti Sarbits reiner Stimme. Mehr als auf jeder ihrer musikalischen Reisen in der Vergangenheit. Sie tönt kraftvoll über den Strand und das Meer hinaus bis in den Horizont—ganz gleich ob düster und aufgewühlt, oder durchflutet von melancholischer Ruhe.

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